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Bildung/Kultur - Museen/Ausstellungen
Sonntag 08.05.2022 13:15 Uhr
"Maria Lassnig - Wach bleiben" im Kunstmuseum Bonn
(Event-Leitung)
, kostenfreie Stornierung hier...
Diesmal wollen wir zu Finissage der noch aktuellen Sonderausstellung der österreichischen Malerin, Grafikerin und Medienkünstlerin Maria Lassnig im Kunstmuseum Bonn. Neben der Ausstellung, die wir heute leider nicht mit einer eigenen Führung besuchen können, erwarten uns aber eine Performance von Eva Maria Schaller und Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf zum Ausstellungsabschluss sowie die Möglichkeit an einer der Kurzführungen zur Sammlungsneupräsentation im Kunstmuseum und/oder um 15 Uhr an einer Führung durch die Ausstellung "Aufbruch in die Moderne" teilzunehmen. Eine Einkehr im Museumscafé bzw. auf der Außenterrasse des Museumscafés (ohne Reservierung) gehört wie immer auch mit dazu.
Wie eine emotionale und künstlerische Zerreißprobe spannt die Ausstellung Maria Lassnig – Wach bleiben einen Bogen von den frühesten Werken der Künstlerin (1919-2014) bis hin zu einem der letzten großformatigen Bilder ihres Œuvres. Die im Titel angedeuteten Konnotationen von "nicht müde werden, sich nicht ausruhen" und zugleich von geistig "aufmerksam, neugierig bleiben" charakterisieren nicht nur Lassnigs Werk, sondern auch ihre durchaus markante Persönlichkeit.
Mit fast 40 Arbeiten zeigt das Kunstmuseum Bonn eine signifikante Auswahl von Werken der Künstlerin, deren motivischer Leitfaden die Auseinandersetzung Lassnigs mit sich selbst, ihrer (Körper-)Wahrnehmung sowie die Präsenz des "Anderen" bildet. Die kreative Zerrissenheit ihres Denkens spiegelt sich in den einzelnen thematisch gefassten Ausstellungsräumen wider – z.B. in Sprache vs. Sprachlosigkeit oder Fotografie vs. Malerei. Der bildsprachliche Ursprung ihrer Werke als Form des visuellen Denkens und der leiblichen Erkenntnis beruht auf intensiver Selbstwahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist exklusiv, Selbstisolation ist eine Konsequenz daraus, Unzulänglichkeiten in der sozialen Kommunikation eine andere.
Im Bildfindungsprozess konzentriert sich Lassnigs Wahrnehmung nicht allein auf das Auge. Vielmehr avanciert ihr gesamter Körper zur Grundlage ihres künstlerischen Schaffens, das für die Betrachtenden, besonders in Zeiten der Pandemie und der Erfahrung von Isolation und Selbstbeobachtung eine mehr als aktuelle Relevanz gewinnt. Auf geradezu visionäre Art und Weise machen ihre Werke die Zerrissenheit unserer – sich grundlegend verändernden – Körperempfindungen am beginnenden 21. Jahrhundert sichtbar. Maria Lassnig hat paradoxerweise, obgleich sie sich intensiv auf ihr Selbst konzentriert, weit über das individuelle Sein hinausgehende Bilder von existenzieller Bedeutung geschaffen.
Veranstaltungsort/Treffpunkt:
Kunstmuseum Bonn, an der Polstersitzgruppe am Eingang zur Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn
Bahnfahrer können sich am Kölner Hbf vor dem Kamps-Café neben U-Bahntreppenabgang um 12:20 Uhr treffen und um 12:32 Uhr mit der RE 5 ab Gleis 7 Richtung Koblenz Hbf. bis Bonn UN Campus (12:58 Uhr), von dort sind es etwa 8 Min. Fußweg bis zum Museum.