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Bildung/Kultur - Stadt-/sonstige Führungen
Samstag 25.04.2026 16:00 Uhr
Ganz ohne "Fisimatenten"? Die Franzosenzeit in Köln zwischen Umbruch und Neuanfängen
(Event-Leitung)
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Anmeldung möglich ab: 01.03.2026 18:00 Uhr
Stornofrist: 17.04.2026 10:00, kostenfreie Stornierung hier...
Die Geschichte des modernen Kölns beginnt mit der Franzosenzeit. Nie zuvor hat sich die Stadt so schnell verändert wie in den Jahren von 1794 bis 1815. Mit dem erzwungenen Ende des Mittelalters bestimmten bis heute bekannte Personen und Familien die Geschicke der Stadt: Namen wie Oppenheim, Wallraf und Farina stehen stellvertretend für die wirtschaftliche und kulturelle Blüte, die für Köln mit dieser Zeit begann.
Die französische Zeit prägt die Mentalität und Sprache Kölns bis jetzt. Kein Kölner verschweigt seine – realen oder erfundenen – französischen Wurzeln, egal ob es sich um Kultur, Sprache oder Industrieunternehmen handelt.
La pääd, la fott, la finster. Wie jeder weiß, können die Kölner seit über 200 Jahren, seit die Franzosen 1794 mit ihren Revolutionstruppen die Stadt besetzten, perfekt Französisch. Zu deutsch heißt der französisch-kölsche Satz „la pääd, la fott, la finster“ nichts anderes, als dass ein Pferd im Rückwärtsgang – mit seinem Hintern also, ein Fenster eingedrückt hat. Weitere Beispiele für die innigliche Verquickung beider Sprachen gibt es wie Sand am Meer: bleu mourant ( Aus dem dramatischen „sterbensblau“ wird im Kölschen das harmlose „plümerant“ dafür, wenn es einem ein bisschen schummerig zu Mute ist.) le bagage heißt nicht nur das Gepäck, sondern das sagt man auch, wenn man irgendwo mit der ganzen Familie – der janze bagage – aufkreuzt.
Viel wichtiger als die Sprache aber war, dass die junge französische Republik das Rheinland zwar eroberte, aber gleichzeitig auch die Ideale der Revolution hierhin exportierte.
Man sagt ja, mit dem Einmarsch der Franzosen hört in Köln ja eigentlich das Mittelalter auf. Und da haben die Franzosen ja wirklich bahnbrechendes geleistet: Die Einführung der Religionsfreiheit, Toleranz, zum ersten Mal wieder Juden in der Stadt, die Protestanten bekamen ein eigenes Gotteshaus, die Antoniter Kirche. Dann schafften sie Ordnung in der Stadt…Und da gab es in der Tat eine ganze Menge zu tun! Bis dahin versank die Stadt im Dreck und nachts in völliger Finsternis. Die Franzosen führten die Straßenreinigung ein und stellten die ersten Laternen auf. Und sie kurbelten die Wirtschaft an, allein schon durch die Aufhebung des Zunftwesens. Von jetzt an durfte jeder ein Geschäft betreiben und ein Handwerk ausüben. Und mit der Einführung des sogenannten Code Civil schufen sie nicht nur die Rechtsgleichheit aller Bürger, sondern auch ein modernes Rechtswesen mit öffentlichen Gerichtsverhandlungen und Appellationsgerichten. Zwischen Rathaus und 4711 an der Glockengassen, vive la France zeigt spannende Stadtgeschichte(n).
Veranstaltungsort/Treffpunkt:
Am Rathausturm, am oberen Ende der Treppe